Schulhaus Hagen

Aufgabe: Offener Wettbewerb für die Erweiterung des Schulhauses Hagen
Ort: Altdorf
Auslober: Einwohnergemeinde Altdorf
Status: Anerkennung
Baumanagement: Roger Zeier Architektur
Bauingenieur: INGENI AG
Haustechnik: Raumanzug GmbH

Südwestlich des Ortskerns von Altdorf befindet sich die Schulanlage mit dem Schulhaus Hagen. Sie hat ihren Ursprung in den späten 40er Jahren, wurde laufend erweitert und ist geprägt durch eine vielfältige Architektursprache die den jeweiligen Zeitgeist der verschiedenen Bauzeiten widerspiegelt. Das Schulhaus Hagen wurde anfangs der 70er Jahren entlang der Seedorferstrasse, direkt an das alte Hagenhaus gebaut. Das Haus stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts als Teil des ehemaligen Landsitzes Hagen. Durch die benachbarten Schulbauten hat es aber an räumlicher Präsenz eingebüsst. Nichtsdestotrotz hat das Hagenhaus als Zeitzeuge für Altdorf eine kulturhistorische Bedeutung. Mit seiner muralen Erscheinung und der klaren Volumetrie gibt der Bau dem Schulzugang von der Seedorferstrasse her ein prägnantes Gesicht und so eine Adresse. Da es aber weder die Kapazität noch die räumliche Struktur bietet, muss es für die Schulerweiterung abgerissen werden. Das bestehende Schulhaus soll mit diversen Unterrichtsräumen und Nebenräumen erweitert werden.

Das Projekt schafft durch kleinere Rochaden im Raumprogramm eine klare innenräumliche Ordnung. So wird das bestehende Schulhaus zu einem reinen Klassenzimmertrakt umfunktioniert, indem die bestehende Grundstruktur mit allen geforderten Klassenzimmern abgefüllt wird. Der Anbau übernimmt seinerseits im Sockel den neuen Eingangs- und Lehrerbereich, in den oberen Geschossen die Nebenunterrichtsräume sowie im Dachgeschoss das Musikzimmer, welches zusammen mit der Vorzone als grosszügiger Gemeinschaftsraum genutzt werden kann. Eine spannungsreiche Erschliessung verbindet die verschiedenen Geschosse sowie den Neu- mit dem Altbau. Die einläufige Treppe wird zugunsten eines Luftraumes, der Platz für Kunst-am-Bau- oder Schülerarbeiten sowie Blickbezüge schafft, aufgehoben und mit einer neuen, offenen Treppe ersetzt, die als Gelenk zwischen Alt- und Neubau figuriert. Durch das Split-Level werden beide Gebäudeteile erlebbar. Zugunsten der Weitsicht, die durch das benachbarte Schulhaus beeinträchtigt ist, wird die Struktur im Anbau gekehrt, so dass die Zimmer einen Blick in die Landschaft erhalten. Der Anbau kann somit auch als Rückzugsort verstanden werden, der konzentriertes Lernen und Arbeiten in Gruppen ermöglicht.
Ausdruck und Volumetrie des Anbaus beziehen sich stark auf das alte Hagenhaus im Sinne einer Reminiszenz. Der murale Charakter wird Dank den Lochfenstern und dem groben Putzkleid bewahrt. Typische Elemente wie Sockel, Fenstergewand, Dachfries und Satteldach finden sich in neuinterpretierter Form wieder. Zum Schulzugang Seedorferstrasse zeigt sich der Neubau als vertikal proportionierter, markanter Kopf, welcher der Schulanlage gegen Norden einen würdigen Abschluss gibt und so eine prägnante Adresse ausbildet.

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