Regierungsgebäude Frauenfeld

Aufgabe: Offener Wettbewerb für die Ergänzung des Regierungsgebäudes
Ort: Frauenfeld
Auslober: Kanton Thurgau
Status: letzte Runde
Landschaftsarchitekten: Bryum Landschaftsarchitektur

Verschiedene Kantonale Amtsstellen, die in der Stadt Frauenfeld verteilt sind, sollen in einem Neubau zusammengefasst werden. Das hierfür vorgesehene Grundstück liegt zentrumsnah hinter dem Regierungsgebäude. Die Parzelle ist geprägt durch das Spannungsfeld zwischen verschiedenen Bebauungsstrukturen, die sich in Geschichte und Massstab unterscheiden. Die kleinteilige Reihenbebauung der spätmittelalterlichen Vorstadt begrenzt das Grundstück im Nordwesten. Im Südwesten finden die markanten Repräsentationsbauten entlang der Promenadenstrasse aus dem 19. Jahrhundert mit dem prächtigen Regierungsgebäude ihren Abschluss. Im Osten schließlich sind Villen aus dem späten 19. sowie frühen 20. Jahrhundert in grosszügige Gartenanlagen eingestreut. Auffällig ist der Massstabssprung, der von den Repräsentationsbauten im Südwesten zu der Altstadtstruktur und der Villenbebauung im Nordosten vollzogen wird. Es gilt eine Figur zu entwickeln, die beiden Situationen gerecht wird und sich so selbstverständlich in den anspruchsvollen Ort einpasst. Programmatisch wird ein flexibler Bürobau gesucht, der möglichst viele sogenannte Verwaltungsmodule aufnehmen kann.
Das Projekt Tango formt sich aus zwei L-förmigen Trakten, durch deren Anordnung ein zentraler Innenhof ausgebildet wird. Der grosse Trakt setzt strassenseitig einen städtebaulichen Akzent und reiht den Neubau so in die bestehenden Repräsentationsbauten ein. Der kleine, um ein Geschoss versetzte Trakt orientiert sich zu der kleinmassstäblichen Bebauungsstruktur im Nordosten. Der Baukörper vermittelt so zwischen dem Strassen- und Hofraum.
Im strassenseitigen Erdgeschoss befinden sich alle öffentlich zugänglichen Nutzungen. Diese können durch die innenräumliche Organisation wie gefordert auch ausserhalb der Bürozeiten genutzt werden. Durch den Versatz der Geschosse im Erdgeschoss hebt sich der Bürotrakt vom öffentlich zugänglichen Foyer ab, sodass eine räumliche Abgrenzung entsteht. Im Neubau können fünf Verwaltungsmodule untergebracht werden. Im grossen Gebäudetrakt verteilen sich diese über ein ganzes Geschoss, im kleinen Trakt organisiert sich ein Modul via interner Treppe über zwei Geschosse. Dank diesem Prinzip können verschieden grosse Verwaltungen optimal aufgenommen und funktional angeordnet werden. Beim öffentlichen Treppenhaus angeordnet sind die jeweiligen Empfangsschalter, über welche die Besucher zutritt in die abgeschlossenen Trakte erhalten. Die artikulierte Stützenstruktur rhythmisiert den qualitätsvollen, introvertierten Rundgang um den Innenhof und ermöglicht auch zukünftig räumliche Anpassungen.

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